Es fing langsam an. Ein Räuspern hier, ein Husten da. Nichts Ungewöhnliches.
„Er wird halt älter", dachte Monika. Klaus selbst winkte ab. „Ist doch nicht so schlimm. Das geht vorbei."
Aber es ging nicht vorbei.
Der Husten wurde hartnäckiger. Trocken, reizend, vor allem morgens. Klaus wachte auf und das Erste, was Monika hörte, war dieses Husten. Nicht laut, nicht dramatisch — aber da. Jeden Morgen. Ohne Ausnahme.
Abends im Bett dasselbe. Kaum lag er, fing es an. Manchmal fünf Minuten, manchmal eine halbe Stunde. Monika lag daneben und hörte zu. Sagte nichts. Wartete, bis es aufhörte.
„Geh doch mal zum Arzt", sagte sie irgendwann.
Klaus schaute sie an, als hätte sie etwas Absurdes gesagt. „Wegen einem bisschen Husten? Ich bin doch nicht krank."
Die Wochen vergingen. Der Husten wurde schlimmer. Nicht nur morgens und abends — jetzt auch tagsüber, beim Fernsehen, beim Essen, mitten im Gespräch. Monika hörte ihn aus der Küche. Nachts lag sie wach und zählte die Hustenanfälle.
Klaus war müder als sonst. Weniger Energie. Wenn die Enkel zu Besuch kamen, setzte er sich nach einer Stunde in den Sessel: „Geht ihr mal spielen, Opa braucht eine Pause." Das hatte er früher nie gesagt.
Monika bemerkte es auch bei sich selbst. Morgens verstopfte Nase, Kratzen im Hals. Nichts Schlimmes — aber es war neu. Und es ging nicht weg.
Am meisten machte ihr etwas anderes Angst: Klaus hustete am stärksten im Schlafzimmer. In dem Raum, in dem sie beide jede Nacht acht Stunden verbrachten. In dem Raum, den sie immer für den saubersten im ganzen Haus gehalten hatte.
Eines Abends bekam Klaus einen Hustenanfall, wie sie ihn noch nie gehört hatte. Sein Gesicht war rot. Er hustete so heftig, dass sein ganzer Körper bebte. Er griff nach der Bettkante, versuchte Luft zu holen — aber der nächste Anfall kam, bevor er richtig einatmen konnte.